Amazon Sponsored Products Kampagnen mit automatischer Ausrichtung

Amazon Sponsored Products Kampagnen mit automatischer Ausrichtung sollten nur kurzzeitig und nur ergänzend zu Kampagnen mit manueller Ausrichtung gefahren werden. Warum automatisch ausgerichtete Anzeigen vor allem Amazon Geld einbringen und wann sie trotzdem Sinn machen können, erkläre ich euch in diesem Artikel.

Sponsored Products mit automatischer Ausrichtung – wie geht das?

Das Aufsetzen einer Sponsored Products Kampagne mit automatischer Ausrichtung ist kinderleicht und in wenigen Minuten erledigt. Diese verführerische Leichtigkeit führt möglicherweise dazu, dass automatische Kampagnen länger laufen, als es eigentlich sinnvoll ist. Schauen wir uns zunächst aber einmal an, wie ihr eine automatisch ausgerichtete Kampagne startet.

Der Ablauf ist beinahe identisch mit dem Aufbau einer Sponsored Products Kampagne mit manueller Ausrichtung, den ich schon ausführlich beschrieben habe und mich hier deshalb ein bisschen kürzer fasse.

Im Sellercentral geht ihr über “Werbung/Kampagnen verwalten” in euer Advertising Central, das ihr alternativ auch über diesen Link erreicht. Hier klickt ihr auf die Schaltfläche “Neue Kampagne erstellen” und wählt dann aus den drei Möglichkeiten “Sponsored Products” aus.

Im nächsten Schritt legt ihr einen Namen, Start- und ggf. Enddatum der Kampagne und das Tagesbudget fest. Wählt hier außerdem die Option “Automatische Ausrichtung”.

Amazon Sponsored Products Kampagne mit manueller Ausrichtung erstellen

Gebotsstrategien festlegen

Als nächstes könnt ihr eine Gebotsstrategie festlegen und eine der folgenden drei Strategien wählen:

  • Dynamische Gebote – nur senken
  • Dynamische Gebote – erhöhen und senken
  • Feste Gebote
Amazon Sponsored Products mit manueller Ausrichtung - Gebotsstrategien
Gebotsstrategien

Mit einer dynamischen Anpassung eurer Gebote überlasst ihr der künstlichen Intelligenz von Amazon weitgehend das Feld. Ich persönlich wähle immer die erste Option “nur senken” – bei “Erhöhen und Senken” geht man das Risiko deutlich erhöhter Werbekosten ein, auch wenn mit diesen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit eines Verkaufs einhergehen soll.

Außerdem gibt es die Möglichkeit, für besonders attraktive Werbeplätze wie die oberen Positionen auf der ersten Suchergebnisseite, erhöhte Gebote festzulegen.

Anzeigengruppe erstellen

Im nächsten Schritte müsst ihr dann eine Anzeigengruppe mit den zu bewerbenden Artikeln erstellen. Ihr gebt der Anzeigengruppe einen Namen und sucht in eurem Lagerbestand die Artikel, die beworben werden sollen. Generell solltet ihr nur einen Artikel pro Anzeigengruppe wählen. Viele Verkäufer erstellen sogar für jeden Artikel eine eigene Kampagne. Wenn es sich aber z.B. um Varianten eines Artikels handelt, kann man auch für jede Variante eine Anzeigengruppe erstellen und diese so in einer Kampagne bewerben.

Sponsored Products mit automatischer Ausrichtung – eingeschränktes Targeting

Die Automatik der Kampagne mit automatischer Ausrichtung besteht darin, dass Amazon weitgehend das Targeting für eure Kampagne übernimmt. Anders als bei der manuellen Ausrichtung könnt ihr hier keine eigenen Keywords angeben, zu denen eure Anzeigen ausgespielt werden sollen und ihr könnt auch nicht wählen, ob die Kampagne nach Keywords oder nach Produkten ausgerichtet ist. Stattdessen werden eure Anzeigen sowohl zu Keywords als auch zu verwandten Produkten ausgespielt. Dies könnt ihr bei einer automatischen Kampagne auch nicht ändern.

Was ihr dagegen ändern könnt, sind Keywords, zu denen eure Anzeigen nicht ausgespielt werden soll. Ihr könnt also eine Blacklist erstellen mit Begriffen, die euren Artikel nicht beschreiben. Dabei könnt ihr zwischen den Übereinstimmungstypen PHRASE oder EXACT wählen. Ihr werdet schnell merken, dass eure Anzeigen zu allen möglichen Keywords ausgespielt werden, die für euch überhaupt keinen Sinn ergeben. Dies ist auch genau das Hauptproblem bei automatisch ausgerichteten Sponsored Products Kampagnen. Ein Algorythmus muss eben erst lernen, mit welchen Schlüsselbegriffen euer Artikel am besten beschrieben und entsprechend gesucht wird. Diese Lernphase dauert eine Weile und kostet euch mitunter viel Geld für vollkommen sinnlose Klicks. Zu Beginn einer Kampagne solltet ihr daher häufiger einen Bericht mit den Suchwörtern erstellen und Suchbegriffe, die definitiv nicht zu einem Verkauf führen, auf die Blacklist setzen.

Sponsored Products mit automatischer Ausrichtung
Negatives Targeting

Probleme bei Sponsored Products mit automatischer Ausrichtung

Ein paar Beispiele: Wenn ihr einen preiswerten No Name- Artikel verkauft, wird es vermutlich nicht zu Verkäufen führen, wenn eure Anzeige zum Markennamen eines Premium- Anbieters in eurer Kategorie ausgespielt wird. Wer nach einem Deuter Trekkingrucksack sucht, wird nicht euren 35 Euro- Rucksack kaufen. Ein Begriff fürs negative Targeting könnte für euch also Deuter sein. So wird verhindert, dass Suchanfragen zu Deuter Rucksäcken mit eurer Anzeige beantwortet werden und ihr Geld für Klicks ausgebt, die wahrscheinlich nicht zu Verkäufen führen (weil die Leute ja nach Deuter Rucksäcken suchen).

Ein weiteres Problem ist, dass der Algorythmus offenbar nicht ausschließlich aus den Keywords in dem Artikelnamen gespeist wird sondern offenbar auch sehr kategorie- basiert ist. So kann es euch mit eurem Deuter Trekkingrucksack passieren, dass eure Anzeigen zu Suchanfragen zu allen möglichen Rucksäcken ausgespielt werden. Entsprechend kann es sinnvoll sein, andere Suchbegriffe aus dem Wortfeld “Rucksack”, die nichts mit Trekkingrucksack zu tun haben, auf die Blacklist zu setzen. Wer z.B. nach einem Daypack oder einem Schulrucksack sucht, wird nicht euren Deuter Trekkingrucksack kaufen.

Auch das Wort Rucksack ist als Suchbegriff viel zu unspezifisch, als dass damit eine hohe Konversionsrate zu erzielen wäre, denn es ist ja vollkommen unklar, ob derjenige, der nach Rucksack sucht, einen Trekkingrucksack, ein Daypack, einen Schulrucksack oder werweißwas haben will. Das Keyword “Rucksack” würde ich im Übereinstimmungstyp EXACT also auch auf die Negativliste setzen. Vorsicht: Wenn ihr Rucksack im Übereinstimmungstyp PHRASE auf die Negativliste setzt, würdet ihr auch nicht mehr zu Kombinationen wie Trekking Rucksack ausgespielt werden. Also nur das exakte Keyword blacklisten.

Einfacher wäre es natürlich, wenn man Positives Targeting machen könnte, also Suchbegriffe angeben kann, zu denen ihr ausgespielt werden wollt. Das geht aber eben nicht bei Anzeigen mit automatischer Ausrichtung sondern nur bei manueller Ausrichtung – und das ist einer der Hauptgründe, warum man sehr schnell von automatischer auf manuelle Ausrichtung umschalten sollte oder für eine Weile nebeneinander laufen lassen sollte.

Kampagnen mit automatischer Ausrichtung können sowohl positive wie auch negative Keywords hervorbringen, die ihr dann in einer manuellen Kampagne viel gezielter bedienen könnt.

Wie sinnvoll ist das Produkt- Targeting bei der automatischen Kampagne?

Wie oben schon erwähnt, könnt ihr zwar bei Sponsored Products Kampagnen mit manueller Ausrichtung wählen, ob ihr nach Keywords oder nach Produkten ausrichtet, doch bei Kampagnen mit automatischer Ausrichtung habt ihr immer beides. Was wie ein Vorteil klingt, ist ein Geldfresser ersten Ranges. Jedenfalls in den Kategorien, in denen ich verkaufe, hat das automatische Produkt- Targeting eine lausige Konversionsrate. Aus den Klicks auf meine Anzeigen, die auf Produktseiten ausgespielt werden, resultieren also quasi keine Verkäufe.

Während man das Keyword- Targeting durch die Negativliste immerhin ein bisschen nachschärfen kann, hat man diese Möglichkeit beim Produkt- Targeting nicht. Man kann zwar auch Produkte auf die Negativliste setzen, doch dann spielt Amazon eure Anzeigen einfach zu anderen Produkten aus. Das Produkt- Targeting lässt sich also nicht ausschalten.

Wenn jemand von euch positive Erfahrungen mit dem Produkt- Targeting bei automatischen Anzeigen gemacht hat, schreibt mir gerne mal in die Kommentare.

Wozu als Sponsored Products mit automatischer Ausrichtung?

Viele von euch, die den Artikel bis hierher gelesen haben, werden sich vielleicht fragen, warum man denn überhaupt Kampagnen mit automatischer Ausrichtung schalten soll, wenn die Konversion schlecht ist und die Einstellungsmöglichkeiten gering sind.

Die Antwort ist: Weil ihr mit der automatisch ausgerichteten Kampagne die Keywords identifiziert, die gut laufen und zu vielen Verkäufen führen. Würdet ihr von Anfang an nur eine Kampagne mit manueller Ausrichtung aufstellen, würdet ihr nur die Keywords verwenden, von denen ihr annehmt, dass sie gut konvertieren. Es kann gut sein, dass euch hier besonders gut laufende Keywords durch die Lappen gehen, weil ihr sie gar nicht auf dem Zettel habt. Die automatische Kampagne dagegen liefert euch valide Ergebnisse. Ihr seht, wie viele Impressionen ein bestimmtes Keyword hatte, wie viele Klicks, was die Klicks gekostet haben und wie viel Umsatz ihr damit gemacht habt.

Mit dieser Datenbasis könnt ihr eure manuell ausgerichtete Kampagne stets nachschärfen, die Gebote für einzelne Keywords anpassen, schlecht oder gar nicht konvertierende Keywords auf die Negativliste setzen und so euren Acos, also das Verhältnis zwischen eingesetzten Werbekosten zu erzielten Umsätzen optimieren.

Amazon Sponsored Products Kampagne mit automatischer Ausrichtung – Fazit

Sponsored Products Kampagnen mit automatischer Ausrichtung sind zu Beginn wertvolle Keyword- Lieferanten, weil ihr in den Berichten genau sehen könnt, wie viele Klicks zu welchen Keywords zu wie vielen Verkäufen geführt haben. So könnt ihr auf solider Datenbasis eine zweite, manuell ausgerichtete Kampagne schalten und die eingesetzten Werbekosten verringern.

Alles rund um Ebay und Amazon könnt ihr in meinem Buch „Erfolgreich verkaufen auf Ebay, Amazon & Co“ nachlesen, das ich jedem Einsteiger gerne ans Herz legen möchte. Das Buch ist ein umfassender Ratgeber nicht nur für den Verkauf auf Amazon sondern für den Einstieg ins Online- Business. Von Gewerbeanmeldung, Förderungsmöglichkeiten und Steuerfragen über Wareneinkauf, Verpackungs-, Versand- und Payment- Lösungen bis hin zu Marketing, Suchmaschinenoptimierung und abgerundet mit jeder Menge rechtlicher Tipps zu Verbraucherschutz, Handels- und Markenrecht ist dies der ultimative Reader für Einsteiger und Fortgeschrittene in der Welt von Ebay & Amazon.

Wenn ihr auf der Suche nach einem kostenlosen Geschäftskonto seid, schaut euch meine Empfehlungen zu Geschäftskonten an.

Von Kai

Kai war zehn Jahre in der Arbeitsrechts- Beratung einer Gewerkschaft tätig, bevor er sich 2011 als Online- Versandhändler selbstständig gemacht hat. Auf Sellercamp teilt er seine Erfahrungen mit ebay, Amazon & Co.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.