Wer ein gedrucktes Buch erwirbt, profitiert von dem reduzierten Mehrwertsteuersatz in Höhe von 7%. Für die sehr viel Ressourcen schonendere digitale Version als Ebook müssen dagegen 19% Mehrwertsteuer abgeführt werden. Eine von vielen Kuriositäten im deutschen Steuerrecht.

Begründet wurde die steuerliche Benachteiligung von Ebooks gegenüber der Printversion mit Grundsätzlichem: Das Ebook sei nämlich gar kein Buch im Sinne des Gesetzes. Bücher liegen nämlich in physischer Form auf Papier vor- ein analoger Datenträger, den man im Gegensatz zu einem Ebook anfassen könne. Die steuerliche Begünstigung des Kulturgutes Buch sei aber eben gerade an den physischen Datenträger gebunden, urteilte noch 2017 der Europäische Gerichtshof (EuGH).

Mehrwertsteuer Ebooks
Mehrwertsteuer Ebooks

Nun hat der Rat für Wirtschaft und Finanzen der Europäischen Union beschlossen, diese etwas altertümliche Unterscheidung aus dem analogen Zeitalter zu beenden und Ebooks gegenüber Printbüchern steuerlich gleich zu behandeln.

Schon im Dezember 2016 hatte die EU- Kommission eine steuerliche Gleichbeahndlung von Ebooks und gedruckten Büchern angeregt. Dem hatte sich das EU- Parlament im Jui 2017 angeschlossen. Erforderlich für eine entsprechende Änderung der Mehrwertsteuerrichtlinie war aber formale Zustimmung des Rats der Finanzminister. Mit dieser nun erteilten Zustimmung können die nationalen Gesetzgeber dann eine Änderung der Mehrwertsteuersätze bschließen und umsetzen.

Die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD hat sich im Koalitionsvertrag bereits auf eine entsprechende Änderung verständigt.

Neben den Verlagen und dem Deutschen Buchhandel profitieren natürlich auch Autoren und Selbstverleger von einer Neuregelung, weil dann auch die Tantiemen steigen, die vom Netto- Verkaufspreis berechnet werden. Steigt der Netto- Verkaufspreis, weil die Steuer sinkt, führt das zu höheren Einnahmen, da nicht davon auszugehen ist, dass die reduzierte Steuer an die Verbraucher weiter gegeben wird.

Von Kai

Kai war zehn Jahre in der Arbeitsrechts- Beratung einer Gewerkschaft tätig, bevor er sich 2011 als Online- Versandhändler selbstständig gemacht hat. Auf Sellercamp teilt er seine Erfahrungen mit ebay, Amazon & Co.

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