2-Wege-Authentifizierung PSD 2

Es ist ein Thema mit dem jeder persönlich konfrontiert wird in diesen Tagen. Doch vielen Onlinehändlern scheint die Tragweite noch gar nicht bewusst zu sein, die die “Payment Service Directive 2” (kurz PSD 2) für ihr Geschäft und ihren Umsatz haben könnte.

Bei der PSD 2 handelt es sich um die überarbeitete Zahlungsdienste- Richtlinie, nach der Zahlungsanbieter wie z.B. Paypal verpflichet werden, eine Zwei- Faktor- Authentifizierung im Onlinegeschäft anzubieten. Wer ein Girokonto auf Onlinebasis führt, ist von seiner Bank in der letzten Zeit wahrscheinlich mehrfach angeschrieben und über Veränderungen im TAN- Prozess, also der Freigabe von Zahlungsaufträgen informiert worden.

PSD 2: 2- Faktor- Authentifizierung Standard

2-Wege-Authentifizierung PSD 2
Die gute alte Zeit, als es noch keine 2-Wege-Authentifizierung brauchte

Ab 14. September 2019 müssen auch Zahlungsdienstleister die sicherere Zwei- Faktor- Authentifizierung anbieten, bei der  z.B. bei Eingabe der Kreditkartendaten noch ein zweites Merkmal wie eine PIN, ein Fingeradruck, das Geburtsdatum der Mama oder ein anderes Merkmal, das nur der Eigentümer kennen kann, abgefragt wird. So soll Missbrauch schwieriger werden, wenn sich jemand die Kreditkartendaten eines Kunden widerrechtlich beschafft oder die Login- Daten für ein Paypal- Konto abgegriffen hat.

Für die Onlinehändler ändert sich dabei zunächst einmal nichts. Lediglich die Zahlungsanbieter- Software muss vielleicht aktualisiert werden. Doch natürlich können Onlinehändler betroffen sein, wenn es durch kompliziertere Zahlungsabwicklungen im Paypal- oder Stripe- Checkout zu vermehrten Kaufabbrüchen kommen sollte. Das befürchten immerhin 82% der befragten Händler in einer Studie des EHI Retail Institute zum Online- Payment.

Die Befürchtungen könnten begründet sein, lag der Fokus der Zahlungsdienst- Branche in den vergangenen Jahren doch vermehrt darauf, Zahlungsvorgänge zu verkürzen und unkomplizierter zu machen. Da kann es den einen oder anderen Verbraucher schon irritieren, wenn er im Supermarkt ganz ohne PIN kontaktlos bezahlen kann, aber bei seinen Online- Einkäufen plötzlich noch zusätzliche Fragen beantworten soll.

Händler, die bei der Kreditkartenzahlung bereits das so genannte 3 D- Secure- Verfahren nutzen (Verified by Visa oder Safekey bei AMEX) haben tatsächlich von einer steigenden Zahl von Kaufabbrüchen bei der Einführung der zusätzlichen Sicherheitsmerkmale berichtet.

Ausnahmen von der PSD 2

Betroffen von der PSD 2 sind übrigens nicht alle Zahlungsmethoden. Vor allem betrifft es Anbieter wie Paypal oder die Zahlung per Kreditkarte. Bei den beliebtesten Zahlungsmethoden (Lastschrift und Rechnung), die skurilerweise eigentlich die betrugsanfälligsten sind, ändert sich zunächst einmal nichts- es sei denn, ihr bietet sie in eurem Shop eben über einen Zahlungsdienstleister wie Klarna, Paypal oder Heidelpay an.

Für kleinere Beträge soll es im Übrigen auch Ausnahmen vom Zwang zur 2- Faktor- Authentifizierung geben.

Von Kai

Kai war zehn Jahre in der Arbeitsrechts- Beratung einer Gewerkschaft tätig, bevor er sich 2011 als Online- Versandhändler selbstständig gemacht hat. Auf Sellercamp teilt er seine Erfahrungen mit ebay, Amazon & Co.

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