Warenimport deutlich teurer

Wer aktuell Ware aus Fernost importiert, erlebt eine böse Überraschung, wenn er die Importrechnung erhält. Wegen der enormen Nachfrage aufgrund der Coronakrise sind die Transportkapazitäten ausgelastet und in der Folge werden Warenimporte deutlich teurer. Die Leidtragenden sind die Händler, deren Marge unter den steigenden Kosten dahin schmilzt.

Die Nachfrage nach Konsumgütern ist infolge der Corona- Pandemie weltweit deutlich angestiegen – sehr viel stärker, als dass von den Reedereien erwartet worden war. Entsprechend knapp sind derzeit die Container und Stellplätze vor allem auf dem Weg von China nach Nordeuropa.

Reedereien machen satte Gewinne

War das Volumen im internationalen Frachtverkehr zu Beginn der Pandemie mit 20% Nachfrageeinbruch noch deutlich abgefallen, so hat sich die Nachfrage im zweiten Halbjahr viel positiver entwickelt und lag im vierten Quartal 2020 sogar über dem Vorjahresniveau. Angebot und Nachfrage regeln auch im Frachtgeschäft den Preis, obwohl in der Branche langfristige Verträge üblich sind. Trotzdem sind die Preise für Containerfracht von November 2020 bis Mitte Januar 2021 um das Drei- bis Vierfache gestiegen. Ein 40- Fuß- Container kostete plötzlich mehr als 9000 US Dollar – statt ungefähr 2000 Dollar noch wenige Monate zuvor, wie tagesschau.de berichtet.

Die Reedereien freuen sich indes über satte Gewinne, die mit der Preisexplosion einhergehen. Die Spediteure dagegen werfen den Reedereien vor, teilweise Kapazitäten an Höchsbietende zu vergeben und sich nicht an langfristige Verträge zu halten – was diese prompt zurückweisen.

Warenimport deutlich teurer – Marge für Händler schmilzt

Am Ende der Kette zahlt natürlich der Händler, der die Ware aus China importiert hat, die Rechnung. Da die Preissteigerungen sehr plötzlich und sehr heftig waren, war es kaum möglich, die gestiegenen Transportkosten vernünftig in die Kalkulation einzubeziehen und so gehen die zusätzlichen Kosten direkt zu Lasten der Marge. Wohl dem Händler, der seine Ware online mit einer Marge von 20% verkaufen kann. Wer hingegen stationär mit Margen von nur wenigen Prozent verkauft, wird durch die Kostenexplosion beim Warenimport in Bedrängnis geraten.

Gerade im Einzelhandel ist der Wettbewerb in vielen Bereichen extrem hart und Preiserhöhungen entsprechend schwierig durchzusetzen. Trotzdem ist nicht auszuschließen, dass es in einzelnen Produktgruppen zu Preiserhöhungen kommen wird, denn der Währungsvorteil, der sich für Importe in den letzten 12 Monaten durch den schwächelnden US Dollar ergeben hat, wird durch die gestiegenen Frachtkosten vielfach komplett aufgezehrt.

Warenimport deutlich teurer – Fazit

Wohl dem, der im Moment noch ein volles Lager hat und nicht dringend nachbestellen muss. Wann sich die Lage normalisieren wird und die Frachtkosten wieder sinken, ist derzeit nicht absehbar.

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Von Kai

Kai war zehn Jahre in der Arbeitsrechts- Beratung einer Gewerkschaft tätig, bevor er sich 2011 als Online- Versandhändler selbstständig gemacht hat. Auf Sellercamp teilt er seine Erfahrungen mit ebay, Amazon & Co.

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