Onlinezahlung

Jetzt ist auch auf Hood.de das Verkaufen nicht mehr kostenlos. Viele kleinere Verkaufsplattformen und Marktplätze haben gemeinsam, dass sie gewerbliche Verkäufer gleich in ein kostenpflichtiges Abo zwingen wollen. Sowohl Rakuten als auch Real.de oder Yatego bieten Händlern keine Möglichkeit, langfristig kostenlos Produkte zu verkaufen sondern nehmen alle neben den üblichen prozentualen Verkaufsprovisionen eine monatliche Grundgebühr von knapp unter 40 Euro.

Allen Plattformen ist gemeinsam, dass sie über eine relativ schwache Kundenbasis verfügen und man als Händler oft keine Umsätze macht, die die hohen Grundgebühren rechtfertigen würden. Ich will mal meine Erfahrungen als Verkäufer bei Hood schildern.

Als Faustformel für neue Händler, die auf der Suche nach zusätzlichen Absatzkanälen sind, gilt daher die: An einem Shop- Abo auf einer schwach frequentierten Plattform verdient nur einer und das ist der Plattformbetreiber.

Jetzt auch bei Hood.de “Shop- Zwang”

Als einzige von den so genannten 1B- Plattformen hatte bisher Hood.de seinen gewerblichen Verkäufern neben verschiedenen Shop- Abos  auch die Möglichkeit geboten, ohne monatliche Grundgebühren Artikel im langfristigen Auktionsformat mit Sofortkauf- Option kostenfrei anzubieten. Zugegeben, die Umsätze, die sich auf diese Weise erzielen ließen, waren eher zum Lächeln, doch man hat wenigstens vom ersten Verkauf an Marge gemacht (Verkaufen bei Hood.de – eine Einführung).

Hat man dagegen eine monatliche Grundgebühr zu zahlen, muss man jeden Monat erst einmal eine bestimmte Anzahl an Verkäufen machen, um die Grundgebühr wieder reinzuholen. Ich habe das in den letzten Jahren bei Hood.de mit allen drei angebotenen Shop- Modellen (Silber, Gold, Platin) probiert und bei keinem habe ich mit meinem möglicherweise auch etwas speziellen, weil saisonalen Sortiment unter dem Strich je einen Gewinn erzielt.

Hood hat das gleiche Problem wie all die anderen kleinen Marktplätze. Sie sind innovativ, bieten ihren Verkäufern auch guten Service, allein: es gibt keine nennenswerte Käuferbasis. Wenn ich mir meine Kundschaft aber durch Werbung selbst mitbringen muss, dann leite ich sie doch besser auch gleich in meinen eigenen Shop als in einen Hood Shop, bei dem ich neben den Shop- Gebühren ja auch noch Verkaufsgebühren zahle.

Über Jahre habe ich dann meine Angebote auf Hood einfach als kostenlose Auktion für zwei Wochen laufen lassen, die drei Mal automatisch wieder neu eingestellt wurde. Wenig Umsatz, aber auch kein Aufwand und keine Kosten. Nur einmal alle zwei Monate die Angebote wieder neu einstellen.

Nun habe ich heute die übliche Mail von Hood.de bekommen, dass meine Auktionen wieder ausgelaufen sind und neu eingestellt werden müssen. Ich logge mich also ein, um die Angebote en bloc wieder zu aktivieren, da werde ich auf eine Seite umgeleitet, auf der mir mitgeteilt wird, dass ich als gewerblicher Verkäufer nunmehr ein Hood Shop- Abo abschließen müsse, um weiter auf Hood.de zu verkaufen.

 

Ich habe es noch zwei Mal über Umwege versucht, die Auktionen wieder einzustellen. No way, Jose! Immer wieder werde ich darüber aufgeklärt, dass ich nunmehr dafür zahlen müsse, nichts oder wenig bei Hood zu verkaufen. Und als kleine Frechheit obendrauf hat Hood.de dann auch noch das günstigste Abo, den Silber- Shop für 12,95 Euro monatlich, ersatzlos abgeschafft. Damit ist man jetzt als gewerblicher Händler gezwungen, mindestens 25 Euro monatlich für einen Gold Shop auszugeben. Im Jahresabo ist der Gold Shop mit 21 Euro/Monat zwar etwas billiger, doch dafür hat man die Kosten dann eben auch ein ganzes Jahr an der Backe.

Verkaufen auf Hood.de – Die meisten Verkäufer haben Platin Shop

Interessant ist aber, dass die allermeisten Verkäufer offenbar einen Platin Shop haben. Das könnt ihr ganz einfach herausfinden, indem ihr bei den Ergebnissen zu einem beliebigen Suchbegriff mit der Maus über ein Angebot fahrt. Nun wird euch eingeblendet, ob der Verkäufer einen Gold- oder Platin Shop bei Hood.de hat.

Vor ein paar Jahren war der Hood- Algorythmus offenbar noch relativ einfach gestrickt. Die Suchergebnisse waren ziemlich genau nach der Farbe des Shops sortiert. Vorne also die Platin- Ergebnisse, dann die Gold- Angebote, schon sehr weit hinten die Silberlinge und ganz am Ende die damals noch kostenlosen Angebote ohne Shop. Inzwischen scheinen die Ergebnisse ein bisschen mehr nach Relevanz sortiert zu sein, so dass auch Gold- Angebote weiter vorne auftauchen können. Wenn aber offenbar 80% und mehr der Verkäufer auf Hood.de einen Platin Shop für 39 Euro im Monat haben, wird es wahrscheinlich sehr schwer sein, mit seinen Angeboten in einem Gold Shop auf breiter Frnt sichtbar zu sein – was die erste Voraussetzung für Verkäufe ist.

Das führt faktisch zu einem Platin- Zwang bei Hood, wenn man eben nicht nur den Glückstreffer mit ein oder zwei Verkäufen im Monat landen will sondern mit Gewinn aus dem Monat rausgehen möchte. Wahrscheinlich ist es so, dass man bei Hood eine sehr große Menge an Artikeln einstellen muss, um auf eine entsprechende Zahl an Verkäufen zu kommen, die einen in die Gewinnzone bringt.

Verkaufen auf Hood.de – Wer kauft bei Hood?

Mir ist irgendwann aufgefallen, dass die wenigen Verkäufe bei Hood eigentlich immer Produkte betroffen hat, die ich bei Hood etwas billiger als bei ebay oder Amazon angeboten habe. Das lässt mich vermuten, dass sich zu Hood vor allem Käufer verirren, die gezielt nach bestimmten Produkten recherchieren und dann eben dort kaufen, wo sie es am günstigsten bekommen. Es kann also gut sein, dass ich mir mit meinen Angeboten bei Hood.de selbst Konkurrenz zu meinen Angeboten bei den großen Plattformen gemacht habe.

Durch die etwas niedrigere Verkaufsprovision bei Hood, blieb unterm Strich ungefähr die gleiche Marge bei mir hängen, doch vielleicht hätten die Käufer den Artikel dann eben in meinem ebay Shop gekauft, wenn ich ihn auf Hood nicht angeboten hätte. Es sind also zumindest teilweise keine zusätzlichen Verkäufe, die man bei Hood erzielt sondern einfach nur “umgeleitete” Käufer.

Kein kostenloses Verkaufen mehr auf Hood.de – Fazit

Ich habe in den letzten Jahren ohnehin mehr aus romantischen Gründen als aus betriebswirtschaftlicher Vernunft bei Hood.de nichts verkauft. Insofern ist dies ein nötiger Schubser, sich von einer überflüssigen Plattform mehr zu trennen und sich auf die Plattformen zu konzentrieren, wo man Geld verdient.

Alles rund um Ebay und Amazon könnt ihr in meinem Buch „Erfolgreich verkaufen auf Ebay, Amazon & Co“ nachlesen, das ich jedem Einsteiger gerne ans Herz legen möchte. Das Buch ist ein umfassender Ratgeber nicht nur für den Verkauf auf Amazon sondern für den Einstieg ins Online- Business. Von Gewerbeanmeldung, Förderungsmöglichkeiten und Steuerfragen über Wareneinkauf, Verpackungs-, Versand- und Payment- Lösungen bis hin zu Marketing, Suchmaschinenoptimierung und abgerundet mit jeder Menge rechtlicher Tipps zu Verbraucherschutz, Handels- und Markenrecht ist dies der ultimative Reader für Einsteiger und Fortgeschrittene in der Welt von Ebay & Amazon.

Von Kai

Kai war zehn Jahre in der Arbeitsrechts- Beratung einer Gewerkschaft tätig, bevor er sich 2011 als Online- Versandhändler selbstständig gemacht hat. Auf Sellercamp teilt er seine Erfahrungen mit ebay, Amazon & Co.

12 Gedanken zu „Kein kostenloses Verkaufen mehr auf Hood.de“
  1. Das ist ein schlechter Witz.
    Wie du schon sagst: Bei Hood fehlt die Basis, um befriedigende Umsätze zu generieren.
    Bin seit eben dort raus.

    1. Diese ganzen 2B- Plattformen scheinen ihr Geld inzwischen vor allem mit den Subscription Fees für Jahres- Abos zu machen. Schade, denn eigentlich war mir Hood.de recht sympathisch.

    2. Hood.de ist sinnlos, das sieht man schon daran, daß die einen nicht mehr rauslassen. Mußte Anwalt nehmen um
      für 300 € + Anwaltsgebühren wieder aus der Plattform rauskam.
      Habe halt Lehrgeld bezahlt

      1. Hallo Michael,
        da kriege ich vom vielen Kopfschütteln schon fast Kopfschmerzen…
        Was gerade für Neulinge im Gewerbe gefährlich ist, ist dass man sich nicht so schnell daran gewöhnt, dass im gewerblichen Bereich kein Widerrufsrecht besteht – auch nicht für telefonisch geschlossene Verträge. Einmal aus der Laune heraus am Telefon an der falschen Stelle Ja gesagt und schon ist man in einem langfristigen Vertrag gefangen.

  2. Dies kann ich vollbestätigen, ich habe die gleichen Erfahrungen mit Hood gemacht. Einzig die ehemalige Möglichkeit, kostenfrei gewerblich einstellen zukönnen, hat mich dort gehalten. Mit Einführung des Shop-Zwangs war dann natürlich Schluß.

    In Vergleich zur Bucht waren bei Hood verschwindend geringe Besuchsfrequenzen zu verzeichnen, ein alzu großer Verlust wars deshalb nicht.

    1. Das Argument, die Verkaufsgebühren bei Hood seien ja so viel niedriger als bei Ebay ist ja auch eine Legende. Wenn ich die jeweiligen Shop- Gebühren einbeziehe und diese auf die pro Monat verkauften Artikel umlege, dann ist Ebay natürlich gnadenlos günstiger.

    1. Hi Tina,
      dem ist nichts hinzuzufügen. Hood verdient an den Verkaufsprovisionen zu wenig Geld, weil auf Hood zu wenig verkauft wird. Deshalb zwingt Hood die Verkäufer in langfristige Abos, die sich nur für den Plattformbetreiber rechnen.

    2. Ja, mir wird auch mit ein paar Atemmasken, Toilettenpapierhaltern, Druckerkabel die ein Fehlkauf waren oder oder noch übrig sind eine gewerbliche Tätigkeit unterstellt.
      Nach 15 Jahren ist meine Kündigung der Mitgliedschaft raus. Hier wird versucht aus jedem privaten Verkäufer ein Gewerblicher machen mit kostenpflichtigen Shop.

      Mail von Hood:
      Angesichts der aktuell aufgrund des Coronavirus vorherrschenden Situation sind derartige Artikel zu den von Ihnen gewählten Bedingungen auf unserer Plattform nicht erwünscht. Unsere zugehörige Stellungnahme finden Sie unter dem folgendem Link: xxx

      Hinzu kommt, dass die hier bestehende Kombination von Preisgestaltung und Stückzahl auf eine gewerbliche Verkaufstätigkeit Ihrerseits hindeutet, die wir im Rahmen eines privaten Benutzerkontos nicht zulassen können.

      Bei den anderen Artikeln geht es nicht um die getätigten erfolgreichen Verkäufe, sondern um das Angebot der Artikel.
      Dies deutet auf ein gewerbliches Handeln Ihrerseits hin

      Bitte beachten Sie, dass eine falsche Angabe Ihres Verkäuferstatus rechtliche Konsequenzen und Probleme nach sich ziehen kann. Nehmen Sie die von uns angesprochene Problematik daher zu Ihrem eigenen Schutz bitte nicht auf die leichte Schulter.

  3. Es geht nur noch um Raffgier und Geldgier. Nix weiter. Man gehe auf Flohmärkte, die sogar kostenlos sind. Ab und an. Oder man baut einen kleinen Shop auf. Die einzige Alternative im Netz. markt.de ist auch möglich.
    Ebaykleinanzeigen ebenfalls. und oldthing. Wäre auch eine Alternative! supr.com war auch nicht schlecht.
    Hood und Ebay verdient Geld, aber wir Kleinhändler können das sein lassen! Bei Ebay verdient man letztendlich auch nix. Ist für mich nur eine schwache Werbung. Mehr nicht. Ich stelle dort 3 Artikel zum hohen Preis ein. Naja und dann finden mich die Leute im Netz ganz einfach. Ebay ist Werbung und alles. Hood hat keine Werbekampangenen – nix.
    Dort hatte ich 5.000 Artikel drin und 0 Verkäufe in 10 Jahren! In meinem Shop läuft das natürlich. Dort geht viel weg!
    Aber man muss googleshopping gelistet sein. Kostet zwar was, aber nicht so viel!

  4. Ich habe meinen Shop bei hood auch gekündigt. Ich verkaufe Produkte zwischen 4 und 6 €. Da braucht man schon Menge um erst mal die Kosten für den Zwangsshop wieder einzufahren. Bei schwach frequentierten Plattformen ist das schon ein Risiko. Verstehen kann ich das Modell auch nicht. Welcher Händler, startet schon bei hood, wenn er null einschätzen kann wie viele potentielle Käufer es für seine Produkte gibt aber er dafür erst mal Geld auf den Tisch legen muss. Ich halte das von hood für sehr unclever. Damit spielen sie ebay doch nur in die Hände. Völlig unverständlich.

    1. Hi Oliver,
      bei der Preisstruktur ist es wahrscheinlich unmöglich, die Kosten für den Shop wieder einzufahren und dann noch Marge zu machen, die den ganzen Aufwand rechtfertigt.
      Vorher war es allerdings so, dass weder die Händler Geld bei Hood verdient haben noch Hood. Jetzt verdient wenigstens Hood Geld an den Händlern…

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