Amazon Plastikverpackungen

Wie sich der Zeitgeist doch ändern kann. Vor noch gar nicht allzu langer Zeit galten Coex- Versandtaschen aus Plastik noch als die Zukunftsverpackung im Onlinehandel, reduziert sie doch sowohl das Gewicht als auch das Volumen besonders kleiner Sendungen um ein Vielfaches gegenüber dem Pappkarton. Jetzt nutzt Amazon Plastikverpackungen und es gibt einen Aufschrei.

Ist der Inhalt der Sendung zudem nicht übermäßig empfindlich (z.B. beim Versand von Kleidungsstücken) kommt die Versandtasche oft in einem viel präsentableren Zustand an als ein Pappkarton, dem man oft ansieht, wie Sendungen in großen Umschlaglagern der Logistik- Dienstleister behandelt werden.

Amazon Plastikverpackungen
Werden wahrscheinlich nicht recycled: Plastikverpackungen im Versand

Tatsächlich ist der Einspareffekt beim Coex- Versandbeutel insbesondere bei Sendungen, die an einer Gewichtsschwelle liegen, enorm. Würde ein Artikel z.B. durch eine Pappverpackung knapp über einem Kilogramm wiegen und damit vielleicht in eine andere Preisgruppe beim Versandpartner, ist die Chance, dass man mit der Plastiktüte unter der Grenze bleibt, sehr groß.

Auch spart man sonstiges Verpackungsmaterial, weil der Klebestreifen zum Verschließen des Beutels schon eingearbeitet ist. Verpacken und Versenden geht damit schneller und erstaunlicherweise sind Coex- Beutel auch noch billiger als gleich große Kartonagen.

Die Versanddienstleister haben es einem auch jahrelang gedankt, weil sie ein Vielfaches an Sendungen in ihr Lieferfahrzeug laden konnten, wenn keine Luft versendet wird.

Die gesellschaftliche Debatte über Plastikverpackungen, die Verschmutzung der Weltmeere und die schwache Recycling- Quote von Plastik haben diese Diskussion in kurzer Zeit nahezu umgekehrt.

Amazons Rückkehr zu Plastikverpackungen

Das muss auch gerade der Online- Riese Amazon erfahren, der kürzlich damit begonnen hatte, kleine Sendungen in Coex- Beutels zu verschicken und nun erleben muss, wie Umweltverbände hiergegen Sturm laufen. Ob die Umstellung für Amazon so einen großen Nutzen mit sich bringt, kann bezweifelt werden, denn durch Amazons patentierte Verpackungstechnik wird schon relativ wenig Luft versendet, weil die Kartonagen praktisch auf das zu verpackende Produkt zugeschnitten werden. Dazu kommt, dass eventuelle Kostenvorteile bei der Verwendung von Plastikverpackungen durch die deutlich höheren Kosten der Lizensierung nach dem Verpackungsgesetz teilweise wieder aufgefressen werden könnten – jedenfalls bei den Mengen, die Amazon so täglich versendet.

Auch hat Amazon mit seinem Projekt “Shipment Zero”, bei dem die Hälfte der Pakete bis 2030 klimaneutral versenden will, durchaus Sensibilität für Nachhaltigkeitsthemen gezeigt.

Amazon Plastikverpackungen: Fazit

Plastikverpackungen, die durch die Volumenreduzierung weniger Lieferfahrzeuge benötigen und damit für CO2- Einsparungen sorgen können, haben es in der aktuellen Debatte um ausufernden Plastikmüll naturgemäß schwer. Umso erstaunlicher, dass der Onlinehändler Amazon in diesem gesellschaftlichen Klima damit anfängt, kleinere Sendungen in Coex- Beuteln aus Plastik zu verschicken.

Von Kai

Kai war zehn Jahre in der Arbeitsrechts- Beratung einer Gewerkschaft tätig, bevor er sich 2011 als Online- Versandhändler selbstständig gemacht hat. Auf Sellercamp teilt er seine Erfahrungen mit ebay, Amazon & Co.

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