Amazon Markenstrategie

Amazon hat eine Änderung seiner Verkaufsgebühren für Händler in einigen Kategorien zum 08.06.2021 angekündigt. Dabei geht es mit den Gebühren in einigen Kategorien hoch, in anderen Kategorien aber auch etwas runter. Neu eingeführt wird zudem auch die Kategorie Fahrradzubehör, die bisher unter der Kategorie “Sport & Freizeit” subsummiert war.

Amazon Gebührensenkung für Verkäufer

In zwei Kategorien profitieren Verkäufer auf Amazon ab Anfang Juni von niedrigeren Verkaufsgebühren. Neben der neu eingeführten Kategorie Fahrradzubehör, in der die Gebühren bereits zum 01.04.2021 vom bisherigen Standard- Gebührensatz von 15% auf nur noch 8% gesenkt wurden, betrifft die Gebührensenkung auch die Kategorie Auto & Motorrad, in der es zukünftig einen gesplitteten Gebührensatz geben wird. Bis zu einer Höhe des Verkaufspreises von 50 Euro bleibt der Gebührensatz unverändert bei 15% – über den darüber hinaus anfallenden Teil des Kaufpreises werden dagegen nur noch neun Prozent Gebühren berechnet.

Verkauft ihr also einen Artikel für 100 Euro, so zahlt ihr für die ersten 50 Euro 15% Gebühren und für die restlichen 50 Euro nur noch 9%.

Verlängert wird darüber hinaus auch die Rabattaktion für die prozentuale Verkaufsgebühr in den Kategorien “Bekleidung, Schuhe & Handtaschen”, bei der seit Anfang März 2021 für den Teil des Verkaufspreises, der über 45 Euro liegt, der Gebührensatz von 15% auf 7% gesenkt wurde. Diese Aktion, die allerdings nur für Prime- Artikel mit Versand durch Amazon gilt, wird nunmehr bis Ende März 2022 fortgeführt, was den Verkäufern in dieser Kategorie ein Stück weit Handlungssicherheit garantiert.

Amazon Gebührenerhöhung für Verkäufer

Neben den Gebührensenkungen gibt es allerdings auch Gebührenerhöhungen. So werden auf alle Artikel aus der Kategorie Baumarkt zukünftig nicht mehr 12% Gebühren erhoben sondern 13%.

Auch das Verkaufen von generalüberholten Artikeln im Rahmen des Amazon Renewed- Programmes wird teurer. Auf generalüberholte Mobiltelefone und entsperrte Mobiltelefone wird zukünftig eine Zusatzgebühr von 2% zuzüglich zum regulären Gebührensatz erhoben; alle anderen Artikel in der Renewed- Kategorie werden mit einem Gebührenaufschlag von einem Prozent versehen.

Eine weitere faktische Gebührenerhöhung betrifft Innergemeinschaftliche Lieferungen an Unternehmer in einem anderen EU- Land. Hier wird nach dem so genannten Reverse Charge Verfahren die Umsatzsteuer nicht vom Verkäufer sondern vom Käufer bezahlt. Entsprechend wurde die Verkaufsgebühr in diesen Fällen bisher auch nur auf den Nettopreis erhoben. Dies wird sich in einigen Fällen zukünftig ändern, so dass euch Verkaufsgebühren teilweise auch auf imaginäre Umsatzsteuer abgezogen werden, die ihr gar nicht erhalten habt. Die Regelung tritt am 30.06.2021 in Kraft und mehr Infos dazu gibt es bei Amazon.

Amazon Remissionsgebühren steigen ebenfalls

Die einstmals konkurrenlos günstigen Remissionsgebühren wurden im letzten Jahr schon kräftig erhöht und steigen zum 08.06.2021 weiter an. Während die Gebührensteigerungen bei den Produkten in Standardgröße mit nur einigen Cent je Artikel einigermaßen moderat ausfallen, ist die Erhöhung bei den Produkten in Übergröße durchaus spürbar.

Schon im letzten Jahr war ja eine Staffelung nach Gewicht eingeführt worden und die Preise steigen in allen Gewichtsstaffeln deutlich, z.B. für Artikel von einem bis zwei Kilogramm von 1,50 Euro auf 1,95 je Artikel oder für Artikel von zwei bis fünf Kg von 2,50 auf 3,25 Euro. Immerhin bleiben die Gebühren für grenzüberschreitende Remissionen unverändert.

Amazon Remissionsgebühren 2021
Amazon lokale Remissionsgebühren 2021

Die Gebühren für die Entsorgung von defekten Artikeln steigen noch etwas deutlicher an, so dass nun bei allen Artikeln die Remission günstiger ist als die Entsorgung. Dies darf als Ergebnis der öffentlichen Debatte gewertet werden, in der angeprangert wurde, dass die Entsorgung von noch funktionstüchtigen Artikeln billiger war als die Rücksendung und Aufbereitung.

In der Praxis werden Artikel nun möglicherweise remissioniert und dann eben vom Händler weggeschmissen. Ob das viel sinnvoller ist, mag jeder selbst beurteilen.

Amazon ändert Verkaufsgebühren zu Juni 2021 – Fazit

Das Aufsplitten von Gebühren nach Kategorien und nun sogar innerhalb von Kategorien nach Preis ist sicherlich kein Schritt in Richtung Transparenz. Der Mix aus Gebührenerhöhung und Gebührensenkung ist dagegen durchaus moderat. Stärker ins Gewicht fällt da schon die Erhöhung der Remissionsgebühren, da diese durch Langzeitgebühren und Überschreitung des Lagerbestandsmaximums immer wichtiger wird.

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Von Kai

Kai war zehn Jahre in der Arbeitsrechts- Beratung einer Gewerkschaft tätig, bevor er sich 2011 als Online- Versandhändler selbstständig gemacht hat. Auf Sellercamp teilt er seine Erfahrungen mit ebay, Amazon & Co.

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