Wer bei Amazon verkauft,  kennt die verschiedenen Reiter beim Anlegen eines neuen Artikels (bzw. beim Bearbeiten eines bestehenden Listings).

Anders als bei Ebay oder anderen Marktplätzen gibt es bei Amazon die Möglichkeit, Suchbegriffe anzugeben, zu denen euer Artikel angezeigt werden soll. Der Clou dabei: Für den Käufer sind diese Suchbegriffe unsichtbar; sie werden aber vom Suchalgorithmus von Amazon ausgelesen. So konnte man hier die Wortfelder erweitern, die für den beworbenen Artikel relevant sind- und weil die Keywords unsichtbar sind, werden hier auch Keywords aufgelistet, die man nicht in ein sichtbares Listing schreiben würde, wie umgangssprachliche Bezeichnungen oder typische Schreibfehler („Trolly“ statt „Trolley“). Auch für Longtail- Suchbegriffe („Koffer mit 4 Rollen“) war hier bisher reichlich Platz.

Seit ein paar Monaten scheint sich bei Amazon allerdings die Auffassung durchzusetzen, dass die Würze in der Kürze liegt und so wurde der Platz für Suchbegriffe von 5 x 1000 Zeichen auf insgesamt 250 Zeichen eingedampft.

Es ist daher wichtig, seine Listings und insbesondere die Keyword- Liste zu überarbeiten, denn von den bis zu 5000 Zeichen, die man da bisher eingetragen hat (und über Jahre wurden wir darauf getrimmt, den zur Verfügung stehenden Platz auch optimal auszunutzen), werden nun nur noch die ersten 250 Zeichen angezeigt.

Reduzierung der Suchbegriffsfelder

Das erfordert nun ein hohes Maß an Disziplin. Sämtliche Begriffe, die bereits im Titel, der in den so genannten Fashion- Kategorien auch gerade von 250 Zeichen auf 60 Zeichen reduziert wurde, oder in den Bulletpoints auftauchen, sollten aus den Suchbegriffen gestrichen werden. Ebenso bedarf es keiner Füllwörter oder Pluralformen, da diese von der Suche abgedeckt sind.

Verwendet werden sollen hier Synonyme, Abkürzungen oder andere gängige alternative Bezeichnungen. Die Verwendung fremder Markenartikel ist weiterhin verboten und im Übrigen abmahnbar, weshalb dringend davon abzuraten ist.

Auch von Übersetzungen und fremdsprachigen Begrifen rät Amazon in seinem Hilfebereich ab, weil Amazon die Suchbegriffe automatisch übersetzt, wenn jemand auf einer anderen europäischen Plattform nach einem Artikel sucht. Wer der Qualität der Amazon- Übersetzungen misstraut, kann aber natürlich gängige eingedeutschte Begriffe weiter in den Keywords verwenden.

Von Kai

Kai war zehn Jahre in der Arbeitsrechts- Beratung einer Gewerkschaft tätig, bevor er sich 2011 als Online- Versandhändler selbstständig gemacht hat. Auf Sellercamp teilt er seine Erfahrungen mit ebay, Amazon & Co.

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