In meiner kleinen Tutorial- Reihe zeige ich euch heute, wie man bei Amazon ein Blitzangebot erstellt, was es kostet und ob und für welche Artikel diese Form des Marketings Sinn machen kann. Weitere Tutorials gibt es zu WerbeaktionenWerbeaktionen und PPC- Kampagnen.

Was sind Blitzangebote?

Wenn ihr selbst bei Amazon einkauft, kennt ihr wahrscheinlich die Werbemails, die ihr regelmäßig zu den so genannten Blitzangeboten erhaltet.

Bei Blitzangeboten handelt es sich um deutlich preisreduzierte Artikel, die für einen kurzen Zeitraum (meist vier bis acht Stunden) angeboten werden. Durch den hohen Schnäppchen- Faktor und die zeitliche Begrenzung sowie die zusätzliche Verknappung der Stückzahl („Nur solange der Vorrat reicht“) wird Druck auf potentielle Kunden aufgebaut, schnell eine Kaufentscheidung zu fällen. Diese Affekt- Käufe funktionieren erstaunlich gut und anders, als man erwarten würde, ist die Rücksendequote aus solchen Verkaufsaktionen auch nicht unbedingt höher als im normalen Sale. Bei unter Druck gefällten Kaufentscheidungen würde man erwarten, dass der Kater dann bei der Lieferung einsetzt und die Kunden dann, wenn der Druck vorüber ist, realistischer einschätzen, ob sie das Produkt wirklich gebrauchen können oder nicht.

Tatsächlich ist dies aber nicht der Fall. Psychologen erklären das damit, dass zum einen der Zweck des Affektkaufs, nämlich das unmittelbare Glücksgefühl, ein Schnäppchen gemacht zu haben, sofort erfüllt ist. Im Nachhinein setzt bei Lieferung dann oft der Prozess des Schönredens ein. Man versucht sich dann rational seine affektive Kaufentscheidung im Nachhinein zu erklären.

Das ist in kurzen Worten der Grund, warum die Blitzangebote bei Amazon so gut funktionieren. Im Sellercentral findet ihr diese unter dem Punkt „Werbung/Blitzangebote“. Amazon schlägt euch aus eurem Warenbestand Artikel vor, die für eine Blitzangebot- Aktion in Frage kommen. Dabei berücksichtigt Amazon natürlich vor allem den Wert eurer Artikel für seine Kundschaft und möchte deshalb z.B., dass ihr saisonale Artikel auch in der Hauptsaison reduziert und nicht in der Nebensaison, wenn niemand den Artikel mehr braucht.

Wie funktionieren Blitzangebote?

Amazon gibt euch dabei einen Höchstpreis vor, den ihr während des Blitzangebots maximal verlangen dürft und legt fest, wie viele Artikel ihr zu diesem Preis mindestens vorrätig halten müsst.

Ihr könnt dann die Kalenderwoche auswählen, in der Amazon euer Blitzangebot schalten soll, nicht jedoch den Wochentag oder womöglich die Uhrzeit. Amazon behält sich auch die Entscheidung vor, ob es euer Blitzangebot annimmt und ausführt oder nicht.

Handelt es sich um ein Variantenangebot, so erwartet der Hausherr üblicherweise, dass mindestens zwei Drittel der verfügbaren Varianten auch während des Blitzangebots reduziert werden. In jedem Fall ist aber die Attraktivität eures Angebotes höher, wenn ihr alle oder möglichst viele Varianten reduziert. Es ist anzunehmen, dass das auch Einfluss auf Wochentag und die Uhrzeit hat, zu der Amazon euer Angebot schaltet. Attraktiv sind natürlich die Zeiten am Wochenende oder in der Woche zwischen 16 und 22 Uhr, wenn die meisten potentiellen Käufer vor dem Rechner sitzen. Für die Teilnahme an den Blitzangebot- Deals wird natürlich auch eine Gebühr fällig, die je nach Kategorie 35 bis 50 Euro betragen kann.

Für den Verkäufer besteht der Wert eines Blitzangebots weniger in der Marge als in der möglichen Verbesserung des Verkaufsranges durch einen Umsatzboost und natürlich in der Möglichkeit, kritischen Lagerbestand vor einer Lagerremission abzuverkaufen. Habt ihr also z.B. Sommerartikel, die bei der Remission am 15.8. Langzeit- Lagergebühren auslösen würden, so macht es Sinn, diese noch vor dem Stichtag abzuverkaufen.

Blitzangebote müssen mit einem gewissen Vorlauf eingereicht werden. Frühester Starttermin ist offenbar immer die übernächste Kalenderwoche.

Erfahrungen mit Blitzangeboten bei Amazon

Mein erstes Blitzangebot war mit nur einer von drei verfügbaren Varianten und einem recht niedrigen Verkaufspreis von 12 Euro offenbar nicht attraktiv genug für Amazon, um in einem Top- Zeitfenster geschaltet zu werden.

So lief mein Angebot am Montagmorgen von 7.30 Uhr bis 13.30 Uhr und entsprechend habe ich nur enttäuschende elf Artikel verkauft, was aus betriebswirtschaftlicher Sicht eine Enttäuschung war, denn ich habe mit den elf Artikeln gerade mal 130 Euro Umsatz gemacht, von denen ich gedanklich natürlich noch die 35 Euro Gebühr für das Angebot abziehen musste.

Allerdings wurde dieser Tag auf wundersame Art noch der umsatzstärkste Tag des Jahres. Der Umsatz lag sogar noch 20 Prozent über dem Prime Day. Ob das Zufall war oder ob man im Rahmen des Blitzangebots für den ganzen Tag als Belohnung eine höhere Sichtbarkeit seiner Angebote spendiert bekommt, kann ich nicht mit Gewissheit sagen.

Ziemlich sicher scheint mir, dass selbst die kleine Zahl an Verkäufen in einer Unterkategorie zu einem kleinen Schubser im Verkaufsrang des Artikels geführt hat, der sich dann zumindest für einige Tage selbst getragen hat.

Blitzangebot bei Amazon: Fazit

Blitzangebote bei Amazon sind gut geeignet, Überbestände abzuverkaufen. Noch besser eignen sie sich aber bei der Einführung eines neuen Produkts, um schnell Sales zu generieren und einen kleinen Boost im Verkaufsrang zu erzielen. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht rechnen sich Blitzangebote aufgrund der hohen Gebühr gerade bei niedrigpreisigen Artikeln nicht.

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Von Kai

Kai war zehn Jahre in der Arbeitsrechts- Beratung einer Gewerkschaft tätig, bevor er sich 2011 als Online- Versandhändler selbstständig gemacht hat. Auf Sellercamp teilt er seine Erfahrungen mit ebay, Amazon & Co.

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